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Sankt Mariä Geburt Lohmar-Birk

Birker Str. 10
53797 Lohmar-Birk

Koordinaten: N 50° 50′ 7″ O 7° 16′ 35″  |  50.835278 7.276389

 

 

Glockenläuten St. Mariä Geburt

 

 

 

Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Mariä Geburt ist ein unter Denkmalschutz stehendes Kirchengebäude in Birk, einem Stadtteil von Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis. Sie liegt auf einem erhöhten von einer Mauer umgebenen Areal an der Birker Straße. Auf dem Gelände zwischen Kirche und Mauer wurde ein Soldatenfriedhof angelegt. Südlich der Kirche schließt sich der Friedhof an.


Geschichte

Die 1398 genannte Kapelle in Birk, eine Filialkirche der Pfarrkirche St. Johannes Enthauptung in Lohmar, wurde von Minoriten des Klosters Seligenthal und den Minoriten der Siegburger Klause seelsorgerisch betreut, die den Pfarrer von Lohmar vertraten. Nach den Angaben in den Visitationsprotokollen von 1550 wurde dort nur die Heilige Messe gefeiert, doch schon 1629 hatte sie Taufrechte und Beerdigungsrechte. Nach der Erhebung zur Pfarrkirche unter dem Titel „St. Mariä Geburt“ im Jahre 1840 bis 1844 die Orte Hochhausen, Pohlhausen, Wahn und Strassen aus der Pfarre St. Margareta in Neunkirchen-Seelscheid der Pfarre Birk zugewiesen.

 

Baugeschichte

Der älteste Bau aus romanischer Zeit bestand aus einem Mittelschiff und einem nördlichen niedrigen Seitenschiff sowie einem vorgesetzten viergeschossigen Turm. Über den Chorabschluss ist nichts bekannt. Um 1260 wurde die Kirche im Osten um einen langgestreckten gotischen Chor mit 5/8 Abschluss erweitert, der das Schiff überragte. In späterer Zeit wurde an der Nordseite des Chores eine Seitenkapelle als Nikolauskapelle angebaut, die ihren Zugang aus dem Innenraum der Kirche hatte. Bei Umbaumaßnahmen im Jahre 1801 wurde das steile Dach des Chores abgetragen und durch ein niedrigeres Dach ersetzt, das westliche Joch des Chores verkürzt sowie die Nikolauskapelle abgerissen.


Baubeschreibung

Für den Neubau von 1887/88 nach Plänen des Franziskanerbruders Paschalis Gratze musste der alte Kirchturm abgebrochen werden. Es entstand eine um 6 Meter verlängerte dreischiffige neugotische Hallenkirche mit einem neuen eingerückten Westturm, für den der alte Turmhelm weiter verwendet wurde. Der Chor mit seinen schmalen Lanzettfenster blieb erhalten. Im Innern sind die Wände durch Dreiviertelwandsäulen und Dienstbündel gegliedert. Die Dienste des Chorabschlusses werden von Schaftringen unterbrochen. Die von den Kapitellen im Chorhaupt ausgehenden Gewölberippen des Kreuzrippengewölbes vereinigen sich in den Schlusssteinen. Kapitelle und Schlusssteine sind mit Blattwerk geschmückt.


Marienverehrung

Bei der Renovierung 1960 fand man im Kreuzrippengewölbe des Chorhauptes unter dem Schlussstein eine nur unvollständig erhaltene Mariendarstellung mit Jesuskind. Die gebrochenen Gewänder im rheinischen Zackenstil ergaben eine Datierung um 1260. Die Darstellung deutet darauf hin, dass die Kirche zu dieser Zeit ein Ort der Marienverehrung war. Belegt sind Wallfahrten nach Birk zur Verehrung der schmerzhaften Muttergottes seit den 1490er Jahren. Dem um 1490 entstandenen 48 cm hohen spätgotischen Vesperbild, sprach man eine wundertätige Wirkung zu. 1503 wurde die „Bruderschaft Unserer Lieben Frau“ gegründet, deren Bruderschaftsbuch erhalten ist. Die Wallfahrten wurden von den Minoriten gefördert, doch nach der Säkularisation kamen sie zum Erliegen.[4]


Literatur / Einzelnachweise

Werkliste Klais
Heinrich Hennekeuser: Die Pfarrkirche St. Mariä Geburt in Birk, Teil I und Teil II. In: Lohmarer Heimatblätter Nr. 15 (2001) S. 40–48. Nr. 16 (2002) S. 40–42.
Heinrich Hennekeuser: Die Glocken von Birk. In: Lohmarer Heimatblätter Heft 5 (1992). S. 27–43.
Heinrich Hennekeuser: Marienverehrung. In: Birker Geschichten, Jubiläumsbuch Männerchor “Liederkranz” Birk 2008. S. 73–75.
Jakob Schlafke: Wallfahrt im Erzbistum Köln. Köln 1989. S. 126-127.