Ökumenisches Gedenken an die Breuer‑Brüder auf Hof Windlöck
Text und Bilder: Ulrike Clever
Zwei Brüder, ein gemeinsames Vermächtnis
In kurzen, illustrierten Beiträgen wurde das Leben der beiden Pädagogen vorgestellt, die in der Frühzeit der Industrialisierung die soziale Not der Menschen sahen und Bildung, Gemeinschaft und christliche Nächstenliebe als Weg aus dem Elend verstanden. Johann Gregor Breuer brachte junge Menschen über Volksmusik, gemeinsames Singen und Chöre zusammen – ein Ansatz, der ihnen Halt, Bildung und Gemeinschaft bot. Sein älterer Bruder Adam Joseph erkannte früh das besondere Potential des Jüngeren und förderte ihn entscheidend. Aus dieser Förderung erwuchs später die Gründung der Gesellenvereine, aus denen das heutige Kolpingwerk hervorging.
Ökumenisches Gedenken mit fünf Geistlichen
Die Feier wurde getragen von einem breiten ökumenischen Miteinander, ganz so, wie sich das Kolpingwerk inzwischen konfessionell geöffnet hat. Mitgewirkt haben alle drei Kirchengemeinden auf dem Gebiet der Altgemeinde Wahlscheid und sogar der leitende Pfarrer des Bergischen Domes war vor Ort:
- Pfarrer Dieter Scharf, Kath. Kirche St. Johannes Lohmar
- Pfarrer Francis Kaviyil, Kath. Kirche St. Johannes Lohmar
- Pastorin Barbara Brill‑Pflümer, Ev. Kirche Honrath, Emmaus‑Gemeinde
- Pastor Thomas Weckbecker, Ev. Kirche Wahlscheid
- Pfarrer Thomas Taxacher, leitender Pfarrer der Pastoralen Einheit Altenberg und Pfarrer am Altenberger Dom – zugleich direkter Nachfahre von Johann Gregor Breuer
Beiträge, Musik und lokale Verbundenheit
Die Sprecherinnen des Nachmittags waren:
- Tatjana von la Valette, Besitzerin von Schloss Auel und Bewohnerin von Hof Windlöck (Begrüßung, Führung in den Kolpingwald)
- Esther Dufner, Referentin des Kolping‑Diözesanverbandes Köln für geistliche Leitung und Praxisbegleitung (Vorträge zu Johann Gregor Breuer & Kolpingwerk)
- Ulrike Clever, Geschäftsführerin des Verkehrs‑ und Verschönerungsvereins Wahlscheid/Aggertal e.V. und Sprecherin der Dorfgemeinschaft Neuhonrath & Auel (Moderation & Vortrag zu Adam Joseph Breuer, dem älteren Bruder)
Für die musikalische Gestaltung sorgten die Naafbachtaler Stubenhocker mit Axel und Reinhild Friedrich. Beide hatten aus dem von Johann Gregor Breuer herausgegebenen „Gesellenliederbuch“ mehrere Stücke ausgewählt und sie mit passenden, damals weit verbreiteten Volksliedern ergänzt. Stimmlich wie instrumental brachten sie diese eindrucksvoll zu Gehör. Dank der ausgelegten Liederhefte konnten alle Anwesenden einstimmen – und machten davon gerne Gebrauch.
Organisatorin und Moderatorin Ulrike Clever, die durch den Nachmittag führte, erinnerte daran, dass der Volksgesang einst viel stärker zum Alltag gehörte, in einer Zeit ohne Radio, MP3‑Player oder Smartphones. Die Menschen sangen bei der Arbeit, aus Glauben, zu Festen und sehr viel mehr im täglichen Leben. Gesang bedeutete Lebensfreude, spendete Trost, stärkte das Selbstbewusstsein und vertrieb Einsamkeit. Diese Kraft der Volksmusik nutzte Johann Gregor Breuer, um junge Menschen zu erreichen, sie in Gemeinschaft zu führen und ihnen Bildung und Halt zu geben.
Heraus kam: Ein starkes Zeichen lokaler Erinnerungskultur
Mit der Enthüllung der Gedenktafel der Dorfgemeinschaft Neuhonrath + Auel und der Taufe des neuen Wanderpfads, den die AG der Bänker im Verkehrs- und Verschönerungsverein Wahlscheid/Aggertal e.V. eingerichtet hat, wurde das Wirken der Breuer‑Brüder sichtbar im Landschaftsbild verankert – dort, wo ihr gemeinsamer Weg in Neuhonrath und Auel einst begann.
Spaziergang auf den Spuren der Breuer-Brüder
Tatjana von la Valette führte eine Gruppe von nahezu 50 Gästen durch das Birker Wäldchen bis hin zum Kolping‑Wald. Auf diesem Weg wechselten sich die anwesenden Geistlichen darin ab, spirituelle Impulse zu setzen, die sich mit den Breuer‑Brüdern, der Heilsamkeit der Natur und dem Thema Gemeinschaft befassten. Die Gedanken wurden durch Lieder wirkungsvoll verstärkt. Auf der Bühne von Windlöck endete der spirituelle Teil der Veranstaltung mit dem Sonnengruß, den Pfarrer Francis Kaviyil von der Gemeinde St. Johannes zelebrierte.